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04-04-20 12:21 Age: 178 days

RSV Oranien Nassau feierte 50-jähriges Bestehen

Auf der Geburtstagsfeier am 29. Februar 2020 im Landhotel Weinhaus Treis in Weinähr war diesmal feiern statt radeln angesagt. Vorsitzender Joachim Wennrich führte am Nachmittag die anwesenden Mitglieder und Gäste neben vieler Grußworte und Ehrungen durch ein kurzweiliges Programm. Zur Auflockerung der Feier hatte auch Sängerin Sarah Pfaff mit ihren Auftritten, unter anderem mit dem perfekt passenden Song „Nine Million Bicycles“ beigetragen. Julian Kapp von KK Sound, selbst RSV-Mitglied sorgte mit seinem Equipment für eine rundum professionelle Wiedergabe aller Vorträge. Neben der kleinen und dekorativen Radaustellung von Mitglied Falko Witte von Laufrad Racing Bikes Lahnstein konnte der Verein auch eine Ausstellung aller getragenen Trikots seit Gründung des Vereins präsentieren. Vollends zur runden Sache wurde die Feier durch eine umfangreiche Fotoschau über die Geschichte und Aktivitäten des Vereins.

Alle Geburtstagsgäste wurden vom Vorsitzenden Wennrich mit Guten Tag und mit Bonjour empfangen, denn neben den vielen Ehrengästen aus Sport und Politik nahmen auch vier Radsportfreunde aus Pont Château, Partnerstadt von Nassau, am Jubiläum teil. Mit den französischen Radsportlern der Union Sportive Pontchatelaine (USP) in der Bretagne verbindet seit mehr als vierzig Jahren eine enge Freundschaft mit und auf dem Rad. Bei Partnerschaftsfahrten nach Frankreich seit vielen Jahren mit im Boot sind auch Radsportler der RSG Montabaur. Als „Equipe France“ werden von beiden Vereinen seit einigen Jahren nun schon die Radtouren organisiert, für den RSV selbstverständlich, dass zum Jubiläum auch Peter Jurkschat, Vorsitzender der RSG, und Uli Schmidt, Organisator der Equipe, eingeladen waren.

 

Als erster Gastredner wurde Ex-Ministerpräsident Rudolf Scharping begrüßt, der als ehemaliger Lahnsteiner aus heimatlicher Verbundenheit der Feier zugesagt hatte. In seiner Funktion als Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) nannte er in seinen Grußworten drei Gründe, weshalb Vereine wie der RSV Oranien Nassau so wichtig seien. „Sie leisten wertvolle Jugendarbeit, liefern die Basis für den sportlichen Erfolg und spielen eine große Rolle für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“. Als BDR-Präsident des Dachverbandes Radsport vertritt er seit 2005 rund 2500 Mitgliedsvereine. Wennrich nutzte dabei die Gelegenheit, den prominenten Gast bei den anschließenden Ehrungen der Gründungsmitglieder mit einzubinden. Der Verein, gegründet am 28. Februar 1970, hat mit Heinz Lein, Willi Sarholz, Erich Thisse, Dr. Meinhard Olbrich und Hardo Diel noch fünf Gründungsmitglieder in seinen Reihen, von denen bis auf Ehrenmitglied Heinz Lein alle anwesend sein konnten.

Für den Vortrag „Entstehung und Entwicklung des Vereins“ war natürlich Ehrenvorstand Dr. Meinhard Olbrich zuständig, der anschaulich schilderte, wie Willi Sarholz und Erich Thisse 1964 zunächst kommissarisch den Vorsitz des Radsportvereins Lahnquelle Bad Ems übernahmen. Bereits 1969 wurden im Vorfeld der Vereinsgründung von den beiden einschließlich Olbrich Radrennen organisiert, unter anderen auf der Straße der „Große Preis der Kurstadt Nassau“ im August und das Querfeldeinrennen um das Freiherr-von-Stein-Denkmal im Dezember, beide mit nationaler und auch internationaler Beteiligung wie den Weltmeistern Rudi Altig, Rolf Wolfshohl und Renato Longo. Am 28. Februar 1970 wurde aus der Bad Emser Lahnquelle schließlich der RSV Oranien Nassau unter der Führung der drei Vorgenannten. In den nächsten Jahren wurden vom RSV auch weiter zahlreiche Radsportveranstaltungen gestemmt, u.a. die „Deutsche Bergmeisterschaft der Berufsfahrer“. Seit 1974 organisierte Vereinskamerad Manfred Dangendorf auch Amateur- und Profirennen als „City-Night Betzdorf“ mit Weltklassebesetzung. Kurz nach Gründung der Städtepartnerschaft im Jahr 1975 zwischen Nassau und Pont Château in der Bretagne nahm der RSV auch Kontakte mit dem dort ansässigen Radsportverein USP auf, so Olbrich. Es entwickelte sich bis heute eine enge Freundschaft mit regelmäßigen und gemeinsamen Radtouren zwischen den Partnerstädten.

Neben den sportlichen Aktivitäten im Jugendbereich, im Rennsport und im Bereich der Radtouristik ist der RSV ein bestens vernetzter Verein, so auch im Radsportverband und in der Arbeitsgemeinschaft Sport treibender Vereine Nassau. Eine Tatsache, die auch von Monika Sauer, Präsidentin des Sportbundes Rheinland (SBR) in ihrem Vortrag hervorgehoben und bestätigt wurde. Frau Sauer war nicht nur als Gastrednerin eingeladen, sondern hatte auch eine wichtige Aufgabe mitgebracht, Ehrungen für Verein und für verdiente RSV-Mitglieder vorzunehmen. Mit der Ehrennadel des SBR in Bronze für besondere Verdienste und ehrenamtliche Tätigkeiten im Verein wurden Dr. Manfred Rosendahl und Michael Bingel ausgezeichnet. Eine Ehrennadel in Silber erhielten aus der Hand der SBR-Präsidentin Willi Sarholz und Joachim Wennrich.

 

In seinem Beitrag als federführender Trainer des RSV ging Michael Bingel vorrangig auf die 20-jährige Jugendarbeit ein. Dank regelmäßig angebotener Probetrainings und anderer Aktivitäten seien viele Kinder und Jugendliche in den Verein eingetreten und hätten somit auch maßgeblich zum Fortbestand des Vereins beitragen. Mit seiner Arbeit als lizensierten Trainer konnte er in all den Jahren auch mehrere Jugendliche zu überregionalen Erfolgen wie zum Beispiel zu Landesmeisterschaften führen. Eigentlich war es für ihn keine Arbeit, so seine Worte, sondern Freude im Umgang mit der Jugend.

Voll des Lobes waren auch die weiteren Ehrengäste, die die Zeit bis zur Buffet-Eröffnung noch für das eine oder andere Grußwort nutzten. Während Norbert Krewer aus Trier, der Präsident des Radsportverbands Rheinland, den RSV Oranien einen „Leuchtturmverein“ nannte, betonte Uwe Bruchhäuser, Bürgermeister der VG Bad Ems-Nassau, den so wichtigen Fairplay-Gedanken, der besonders durch die Sportvereine vermittelt wird. Auch Landrat Frank Puchtler ließ es sich nicht nehmen, dem Verein zum 50-jährigen Jubiläum mit einer Urkunde des Rhein-Lahn-Kreises zu gratulieren, mit der Überschrift „Nur wer seine Geschichte kennt, kann die Zukunft gestalten“. Letztlich war es Manuel Liguori, der Nassauer Stadtbürgermeister, der in seinen Worten unterstrich, dass die Partnerschaft mit Pont Château ohne das Engagement de RSV nur halb so gut wäre.

Im Anschluss an den Festakt gab es bis in den Abend noch reichlich Zeit, sich bei dem köstlichen Buffet des Hotels und festlich geschmücktem Speisesaal untereinander auszutauschen. Ein herzlicher Dank ging auch an die Hotelleitung Weinhaus Treis und Personal einschl. Vereinsmitglied Klaus Treis.


 

 


© Stefan Münch ::  Letzte Änderung am 14.07.2009